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Jan Scholten in Eisenstadt

Jan Scholten in Eisenstadt

Am letzten Juniwochenende hatten wir zum zweiten Mal den niederländischen Homöopathen Jan Scholten zu Gast in Eisenstadt. Die österreichische Gesellschaft für homöopathische Medizin (ÖGhM) organisierte dieses feine Seminar und unser Chef, Herr Dr. Robert Müntz öffnete zu diesem Anlass wieder die Türen seines Orgelbauerhauses.

Das Orgelbauhaus in Eisenstadt

Wieder waren wir in seinem wunderschönen Barockhaus zu Gast und vom grünen Innenhof und Garten ebenso verzaubert wie von den verwinkelten Zugängen und alten Gewölben.

Fast perfekt hätte es werden können, wenn nicht die Sommerhitze alle an die Grenzen der Leistungsfähigkeit gebracht hätte, aber das Wetter lässt sich nicht bestellen und so mussten wir alle damit umgehen. (und ganz ehrlich, wenn es nicht so spannend gewesen wäre, wären vermutlich einige lieber schwimmen gegangen bei fast 40 Grad im Schatten…)

 

So saßen nun also ca. 30 erfahrene Homöopathen und Homöopathinnen vor allem aus den deutschsprachigen Ländern 3 Tage im Saal und Jan Scholten erklärte uns mit bewunderungswürdiger Ausdauer seine neuesten Erkenntnisse zur Pflanzentheorie anhand von über 20 Fällen aus der Praxis.

In den über 10 Jahren seit der Erstausgabe von Wunderbare Pflanzen hat Jan Scholten mittels unzähliger dokumentierter Fälle einerseits seine Klassifikation untermauern können, andererseits aber auch durch ungewöhnliche und so nicht vorhergesehene Wirkungen manche Arzneien mittlerweile anders einordnen können. Die Pflanzentheorie ist eben kein starres System, sondern ein Denkmodell, das mit längerer Forschung dazu immer präziser und somit sicherer in der Anwendung werden kann.

Da auch wenn die gröbere Einteilung in Serien, Phasen und Subphasen aufrecht bleibt, die Stadien erst durch die erfolgreiche Verordnung wirklich zugeteilt werden, sind leichte Veränderungen bei den Stadien nicht so selten.

 

Damit wir mit den Klassifikationsnummern immer am neuesten Stand sind, ist Jan Scholtens Datenbank QJURE das ideale Medium. Bücher können da leider in Sachen Aktualität nicht mithalten. (Ich bin aber trotzdem ein großer Fan des gedruckten Wortes, schon allein um mich mit einem Buch zum Schmökern zurückziehen zu können und der online-Welt einmal kurz den Rücken zuzukehren.  -  Leute, kauft Bücher und Zeitschriften, rettet Verlage und erfreut Euch daran, auch ohne elektrischen Strom etwas nachschauen zu können)

 

Die Datenbank QJURE hat inzwischen auch eine Veränderung durchgemacht und zeigt sich nun in neuem Kleid mit vielen neuen Suchoptionen, die ich noch nicht ganz erforscht habe.

Aber zurück zum Seminar. Diesmal standen mehrere Pflanzengruppen, Ordnungen, (Klassen, Subklassen) im Mittelpunkt.

Als roter Faden durch die verschiedenen Fälle und benötigten Pflanzen war die Subklasse 2 zu erkennen, also Personen mit tief verwurzelten Überlebensthemen der Kohlenstoffserie. Solche Patienten haben fast kindliche Symptome, die mit den körperlichen Grundfunktionen in Zusammenhang stehen, können aber in Ihrer Persönlichkeit große Unterschiede aufweisen.

So kann eine reflektierte, unabhängige Lanthanidpersönlichkeit ebenso ein fast kindliches Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit haben wie eine schwer traumatisierte Person, die sich in der Gesellschaft schwer zurechtfindet.  Erstere wird ihre passende pflanzliche Arznei unter den Angiospermae finden, während zweitere bei den Farnen auf die Suche gehen sollte. Und manche dieser Patienten sind vielleicht so starr, dass mit einer mineralischen Arznei ihre Themen abgedeckt sind.

In den folgenden Bereichen hat Jan Scholten einige Veränderungen in seiner Klassifizierung vorgenommen und durch seine Patientenbeobachtungen und erfolgreichen Verordnungen sein System noch schlüssiger gestalten können.

 

So finden wir einige Veränderungen in folgenden Bereichen, hier am Beispiel der Kohlenstoffserienthemen der Subklasse 2 erklärt:

Magnolianae, unter denen die kindlichen Menschenkinder mit hohem Maß an Selbstreflexion zu finden sind

Arales, für die nach Liebe und Bestätigung in der Familie suchenden

Saxifragales für die kreativen oder zur Besonderheit erzogenen Kinder

Crassulidae für die kindlichen Weisen, die sensibel das Unechte in den anderen erkennen können und gern in Selbstzweifel verfallen.

Das war jetzt für die Laien unter den Lesern ein bissl viel (für mich auch, Kopf raucht) aber jene Therapeuten, die sich vielleicht bisher noch nicht so richtig über die Werke von Jan Scholten drüber getraut haben, ein kleiner Ausblick, wie man Persönlichkeiten und Erkrankungen betrachten und passende Arzneien finden kann. Eine Reihe passender Bücher finden Sie in unserem Shop https://remedia-homoeopathie.de/shop/scholten/c416

(Die mysteriösen Scholtennummern in unserem Shop sind praktisch die Adresse der Arznei, wo in Jan Scholtens Stammbaum der Serien, Phasen und Subphasen die betreffende Arznei einzuordnen ist. Für diejenigen, die das System durchschaut haben, recht praktisch)

 

Als Geschenk der Remedia konnten die Teilnehmer ein kleines Päckchen mit drei von Jan Scholten ausgewählten Arzneien mit nach Hause nehmen. Die Arzneien haben sich in letzter Zeit in seiner Praxis als wichtig herauskristallisiert, um nicht so seltene Symptome oder Themen zu behandeln.

Sedum cepaea           

Ein Dickblattgewächs, das bei sensiblen Denkern mit starkem Gerechtigkeitsempfinden, die sich dennoch lieber anpassen und nicht aus ihrer Welt entkommen können zu mehr Selbstbestimmung auch in Bereichen der eigenen Gesundheit verhelfen kann. (Eine typische Post-Pandemie Arznei)

Iridium sulfuricum

Diese mineralische Arznei hat bei einem Patienten geholfen, der im Zwiespalt zwischen Ausfüllen einer Rolle, die ihm vom Umfeld vorgegeben wurde und eigenen Lebensentscheidungen feststeckte.

Selaginella lepidophylla

Ein Farn, der bei sehr spirituellen Menschen, die sich in Beziehungen machtlos, z.B. in der Kindheit abgewertet fühlen, viel durchschauen, aber nicht ändern können, hilfreich sein kann.

 

Diese diesmal etwas tiefergehenden Ausführungen sind natürlich für eine Mittelwahl viel zu oberflächlich und sollen keine Therapieempfehlung für Laien darstellen.

Wer sich allerdings bei den angesprochenen Themen wiederfindet, sollte vielleicht einen Besuch bei einem klassischen Homöopathen, der nach Jan Scholtens System arbeitet in Erwägung ziehen. Wir haben schon einige erstaunliche Entwicklungen miterleben dürfen.

Bild: Jan Scholten und Robert Müntz nach dem spannenden Seminar

Autorin: Mag. pharm. Barbara Tell, Remedia